GRÜNE kritisieren kurzsichtigen Beschluss zum Bürgerhaus Wachtendonk
Die in der Bücherei engagierten Ehrenamtler*innen, die auch zahlreich an der Ratssitzung teilgenommen hatten, können aufatmen, da ihre Zukunft zunächst mal gesichert scheint. Auch die Nutzung des Bürgersaals und der anderen Räume soll wieder möglich werden. Erschreckend für die GRÜNEN Fraktion ist aber, dass sich CDU/WWG gegen eine sogar nachweislich wirtschaftlichere Sanierungsvariante entschieden haben und mit ihrer Mehrheit gegen den Verwaltungsvorschlag die „Minimal“-Variante durchgebracht haben.
Bruno Jöbkes kritisiert diese Entscheidung: „Die Sanierung ist jetzt zwar gesichert aber die Chance auf Betriebskostensenkung durch Energiesparen wurde vertan. Das ist eine kurzsichtige Finanzsicht und eine fast schon bewusste Entscheidung gegen das in 2024 einstimmig beschlossene Klimaschutzkonzept.“ Gegenstand der Ratssondersitzung war die Frage, ob die Sanierung durchgeführt wird und wenn ja, ob zusätzlich energetische Verbesserungen umgesetzt werden, die dauerhaft die Betriebskosten senken und aktiver Klimaschutz sind. Die letztlich mit CDU/WWG-Mehrheit beschlossene „Minimal“-Variante zur Sanierung incl. Schaffung von Flucht- und Rettungswegen kostet 964.000,- €. Zusätzlich standen drei energetische Maßnahmen zur Abstimmung: Instandsetzung der defekten Lüftungsanlage (145.000,- €), Zubau von einer PV-Anlage mit Speicher (53.000,- €) und Austausch der Gasheizung von 1987 durch eine Wärmepumpe (196.000,- €). Diese Investitionskosten sind aber nur realistisch, weil die Umsetzungen in die Sanierungsmaßnahmen integriert sind.
Vor der Abstimmung referierte ein Vertreter der NRW.Bank, wie auch aus Sicht des CDU-geführten Landesfinanzministeriums, Maßnahmen an öffentlichen Gebäuden bewertet werden sollten, analog zur privaten Immobilienwirtschaft. Zentrale Aussage ist, neben den reinen Investitionskosten sollten auch die Betriebskosten der Folgejahre berechnet werden. Mit dem entsprechenden Kalkulationstool hatte Kämmerer Pasch auf Basis von Berechnungen von Fachplanern (Architekt, Elektroplanung, Gas-/Wärmeplanung) Varianten aufgestellt. Auch ohne die detaillierten Berechnungen war klar ersichtlich, welche Energie- gleich Kosteneinsparungen aus jeder der drei Maßnahmen in 40 Jahren resultierten. Hintergrund sind nicht nur die steigenden Energiekosten, sondern auch die zukünftig deutlich steigende CO2-Abgabe auf Gas.
Es hätte sich gerechnet: Energieeinsparung durch die Lüftungsanlage rund 14%, durch die PV-Anlage zusätzlich 20% und durch die Wärmepumpe 34%. Die Amortisation war nach 40 Jahren Nutzung mehr als deutlich, aber schon nach 20 Jahren gegeben. „Werden die Maßnahmen jedoch erst nachträglich durchgeführt, so werden die Investitionskosten dafür wahrscheinlich deutlich höher liegen“, so Rolf Huyskens. Die Aussage „kann man ja auch später machen“, war also nur halb richtig, denn es wird teurer.
Mit ihrer Festlegung auf die „Minimal“-Variante hat CDU/WWG auch die Nutzung von Fördermöglichkeiten für technische Innovationen für Energiesparen und klimaschonendes Heizen kategorisch ausgeschlossen. Die dafür zur Verfügung stehenden Fördertöpfe für kommunale Investitionen hatte die Verwaltung aufgeführt, aber der Schritt wurde blockiert. Für die Grünen in Wachtendonk ist diese Entscheidung, die sich gegen alle ökonomischen und technischen Ratschläge stellt und die kommunale Verpflichtung zum Klimaschutz außer Acht lässt, nicht nachvollziehbar.
