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Merkwürdige Rückständigkeit
Kaum eines finde ich.
Weder verfügt ein heutiger Haushalt über wirklich geeignete Geräte Bürgersteige und gar Straßen vernünftig schnee- und eisfrei zu machen, noch werden in vielen Fällen die örtlichen Satzungen beachtet, was die Nutzung der Abstumpf- oder Auftaumittel betrifft.
Hinzu kommt, dass es eher selten ausschließlich an Wochenenden schneit, wenn die Wahrscheinlichkeit dass Frau und Mann zuhause sind, zumindest zulässt, zu entscheiden, wer denn diese ätzende Arbeit durchführt.
In der Woche sind immer häufiger beide tagsüber abwesend, oder wenn es dann jemand trifft, wäre es tendentiell eher die Ehefrau, also eine höchst chauvinistische Regelung.
Was ist mit zunehmend älteren Mitbürgern, die die Reinigung zwar seit Jahrzehnten gewohnt sind, aber einfach nicht mehr können?
Die vielleicht jüngeren Nachbarn, die dies mitübernehmen könnten, sind dann ja tendentiell nicht da.
Und überhaupt, habe nur ich das Gefühl, dass es nach typisch niederrheinischem Schneeräumen glatter ist als vorher?
Wer Dienste der Gemeinschaft in Anspruch nimmt, muss diese zahlen, das ist logisch, und wer Straßenreinigungsgebühren kennt, weiß, dass diese nicht wirklich hoch sind. Wie das beim Winterdienst auskäme, wäre zu prüfen, aber so teuer kann das wahrlich nicht sein.
Straßenreinigung ist eine sehr regelmäßige Tätigkeit, das läßt sich bestens organisieren. Beim Winterdienst ist das komplizierter, aber bei vernünftiger Planung ebenfalls machbar.
Ehe man also wie jetzt wieder in Geldern, oder kürzlich auch in Wachtendonk Bürgern mir Bußgeldern droht, weil sie Tätigkeiten ohne gefragt zu werden, oder ohne dies zu wollen aufgebürdet bekommen, sollten die Städte und Gemeinden sich lieber mal der Realität stellen.
Die umfasst natürlich auch die dann folgenden Gebühren/Steuern.
Dr. Ludwig Ramacher






